22. Dezember 2008
Am nächsten Morgen frühstücken wir inmitten von Kangaroo-Sch*****, und das am 4. Advent! 
Wir überlegen, was wir die nächsten Tage bis zum 23.12., wo wir in Adelaide sein wollen, noch machen wollen. Wir könnten noch einen Tag hier bleiben und wandern und uns dann die Strecke von ca. 650 km entlang des Western Highways auf zwei Tage aufteilen. Andererseits wollen wir eigentlich heute nicht noch einmal wandern und lieber noch mehr von Land und Leuten sehen. Also entscheiden wir uns aufzubrechen und noch einen Abstecher über eine der Weinregionen des Landes zur See zu machen. Wir fahren über Stawell und Horsham Richtung Edenhope, von dort passieren wir auf dem Weg nach Naracoortie die Grenze zu South Australia. In Naracoortie machen wir Rast und finden mal wieder ein Internet-Café, um nach dem rechten zu schauen und den Great Ocean Road Beitrag in den Blog zu stellen. Dann fahren wir nicht stracks weiter nach Westen sondern biegen nach Süden ab, um die Gegend um Coonawarra zu sehen. Dort wächst toller Wein, den wir auch schon hier unten getrunken haben. Die riesigen Kuh- und Schafweiden und die Getreidefelder, die uns schon den ganzen Tag entlang der endlosen Straßen schnurgeradeaus rechts und links begleitet haben, gehen nun bald in Weinfelder über. Ja, Weinfelder. Hier gibt es keine Berge mehr und der Wein wächst auf riesigen Feldern. Die Sonne steht aber hier auch meist so senkrecht von oben, dass man nicht die Hanganbaumethode wir in D nutzen muss.

Dann folgt eine kleine Familienwinzerei
auf die Nächste. Naja, die Größe der Betriebe passt sich eben proportional dem Land und den Feldern an.

Coonawrra selbst, der Ort, der der Region und dem hiesigen Wein seinen Namen gibt, ist ein Kaff. Es hat einen Laden, der auch zwei Tanksäulen vor der Tür sowie eine Postecke hat, sowie ein Motel. Das wars. Und heute zum 4. Advent ist natürlich alles zu. Wir könnten uns jetzt durch die ganzen Weingüter trinken, denn die laden alle zum Verkosten ein. Aber wir machen uns weiter über Penola nach Westen durch die Wattle Range auf nach Kingston SE, wo wir heute noch ankommen wollen. Dort finden wir einen schönen Platz direkt an der Küste zum Southern Ocean und lassen den Tag auspendeln.

Heute sind wir 450 km gefahren. Ich schreibe hier manchmal die zurückgelegten Entfernungen dazu, damit man vielleicht eine Ahnung von der Größe und den spontanen Entscheidungen wie: „Wir entscheiden uns aufzubrechen und einen Abstecher über eine der Weinregionen zur See zu machen.“ bekommt. Dabei handelt es sich eigentlich immer um ein paar hundert km. Dann muss man auch sehen, dass hier 100 – 110 km/h die Spitze der Fahnenstange ist und das man auch aus den Bezeichnungen der Straßen nicht zwingend auf deren Ausbauzustand schließen kann. So kann ein Highway schon mal 4-spurig sehr gut ausgebaut sein, mit Tank- und Rastplätzen usw. (z.B.: der Hume Highway zwischen Goulburn und Gundagai, den wir vor etlichen Tagen gefahren sind). Ein Highway kann aber auch aussehen wie eine kleinere Landstraße (nicht Bundesstraße!) in Deutschland, schmal, mit unbefestigtem Randstreifen und keinerlei weiterem Ausbau (z.B.: der Princess Highway zwischen Millicent und Kingston SE, den wir heute gefahren sind). Zwar geht es hier kilometerweit nur schnurgeradeaus und es kommt auch kaum mal ein Fahrzeug entgegen, aber einen großen Truck zu überholen, fällt trotzdem nicht ganz leicht (nicht nur wegen des Linksverkehrs). Gut, Trucks dürfen hier auch 100 km/h fahren und fahren dann so 105 – 110 km/h, also ist überholen gar nicht unbedingt notwendig. Aber deshalb kann man Fahrzeiten nicht so gut vorher abschätzen. Uns stört das ja nicht weiter, da wir eh keine festen Punkte oder Unterkünfte im Voraus gebucht haben und unser Camper überall einen Platz findet.
Am Montag ist das Wetter durchwachsen mit Tendenz zum Guten. Wir machen eine ausgiebige Strandwanderung, einmal bis zum Horizont und return.

Und dann auf dem Rückweg denke ich, ich sehe nicht recht! Putzt sich doch da in aller Seelenruhe eine Robbe am Strand. Ist ja auch meilenweit keiner da außer uns. Als sie uns sieht, stutzt sie, zieht es dann aber doch vor, im Wasser vor uns Zuflucht zu suchen. Damit hatten wir hier nicht gerechnet.

Wir wandern weiter und nach einer großen Portion fish & chips direkt am Anleger geht es zurück zum Bulli.
Morgen wird nun diese Etappe für uns in Adelaide zu Ende gehen, der Camper wird abgegeben. Es hat uns unheimlich viel Spaß gemacht, so ungezwungen mit diesem Gefährt hier unterwegs zu sein. Morgen sind dann auch knapp 3.500 km von Sydney aus gefahren, die uns über Serpentinen und durch Berge, durch Einsamkeit und Millionenstädte, durch Wolkenbrüche und flirrend heiße Ebenen geführt hat. Es ist eine gute Möglichkeit, mit so einem Bus zu reisen, obwohl man auf der gesamten Strecke auch bequem jeden Abend ein Bed & Breakfast gefunden hätte (außer in den Dünen am ninety mile beach). Vielleicht machen wir das irgendwann und irgendwo auf der Welt mal wieder so.
Morgen beginnen dann die nächsten zwei Drittel unserer Reise. Aber vorerst werden wir Weihnachten feiern (obwohl und überhaupt nicht weihnachtlich zumute ist) und wünschen euch allen, die hier mitlesen, eine geruhsame und stressfreie Weihnachtszeit zusammen mit all euren Lieben!
Heute, am 18.12., verlassen wir die Küstenregion erst einmal wieder, um uns auf zu den Grampians zu machen. Dieser Nationalpark liegt so ca. 200 km nördlich von hier und soll einer der schönsten in Victoria sein. Und es hat hier eine ganze Menge an Nationalparks.
Bei Penshurst liegt rechterhand ein kleiner Hügel, der sich Mount Rouse nennt. Da steigen wir die paar Meter mal schnell rauf, um einen Überblick über die hier sehr flache ländliche Gegend zu bekommen. Von oben kann man im Norden auch schon die ersten Ausläufer der Grampians sich aus dem Dunst schälen sehen.

Die Straße ist vollkommen leer (außer uns natürlich), und so geht es flott weiter.

In Dunkeld machen wir kurz Rast in einem Café, und dann geht es rein in die Berge. Ein Schild, was wir hier aber schon sehr oft gesehen haben, macht uns Hoffnung, heute nun mal ein paar Roos in natura, und nicht nur auf dem BBQ-Grill, zu sehen.

Wir lassen uns Zeit und schauen gespannt in die Landschaft. Und siehe da, heute haben wir Glück! Schnell mal angehalten und dann können wir in aller Ruhe das australische Nationaltier aus der Nähe studieren. Die scheinen vor uns nicht so richtig Angst zu haben, was uns natürlich freut.

roos hoppin’ away
Nachdem wir genügend geschaut und die Tiere dann auf ihre unnachahmliche Art und Weise im Unterholz verschwunden sind, geht es weiter nach Halls Gap. Dieser kleine Ort mit ca. 300 Einwohnern, jedoch 6.000 Betten und einem Caravan Park, liegt im Herzen des Nationalparks und ist Ausgangspunkt vieler Wanderrouten. Wir finden problemlos Platz mit unserem Bulli und machen uns alsbald auf den Weg zum Brambuk Cultural Centre. Dieses Centre wird von Aboriginies betrieben und zeigt eine unheimlich interessante Ausstellung über deren Lebensweise, bevor die Europäer den Kontinent besiedelten. Das Gebäude hat eine sehr eigene Architektur; es verkörpert die geöffneten Flügel eines Kakadus (Brambuk).
www.brambuk.com.au
Am nächsten Tag ist ein super Wetter und wir entscheiden uns, eine Wanderung zu The Pinnacle, einem der Wahrzeichen der Grampians und ein hervorragender Aussichtspunkt, zu machen. Es erwarten uns 12 km und ca. 400 m Höhenunterschied, also denn mal los.
Die Grampians wurden in 2006 auch von verheerenden Buschbränden heimgesucht, die sehr viel Flora vernichteten. Selbst Halls Gap hätte um ein Haar aufgegeben werden müssen. Diese Brände sind jedoch auch ein wichtiges Mittel zur Regeneration der Pflanzenwelt in Australien und gehören zur Natur einfach dazu. Nur seit der Mensch immer weiter in die Wälder hinein siedelt, werden sie so katastrophal wahrgenommen. Es gibt zum Beispiel eine spezielle Art der Eukalyptusbäume Australian Ash (Australische Esche), die erst ab einer Höhe von 900 m vorkommen. Die haben sich so an ihren Lebensraum angepasst, dass deren Samen die Hitze der Brände zum Aufplatzen und Keimen benötigen, ohne Feuer gibt es keine Fortpflanzung dieser Bäume.

Wir wandern über Stock und Stein bergan, direkt angelegt sind die Routen nur auf einem geringen Teil der Strecke. Meist geht es direkt über den nackten Fels.

Der Tag ist warm, daher kommt Abkühlung auch manchmal wie gerufen.

Nach 2,5 Stunden oben angekommen bietet sich uns ein phantastischer Ausblick vom Pinnacle.

Ich genieße lange diesen Blick und Sabine findet derweil ein schönes Plätzchen.

Bergab geht es dann teilweise durch ziemlich enge Spalten, bei denen ich immer mal wieder mit dem Rucksack hängen bleibe. Andere Bergbewohner haben da gewisse vorteile……..

Als ich nach 6 Stunden wieder unten angekommen sehe, wo wir da grad gestanden haben, bleibt mir nicht viel mehr übrig, als die Stühle rausholen und ein Nickerchen machen.

Der Tag klingt in aller Ruhe aus, Sabine schaut noch mal ein paar Bilder auf dem Laptop (sagt sie, vielleicht ist es aber auch bubble, was da läuft??
).

Nachts werde ich durch komische Geräusche wach. So schnarcht doch keiner, oder? Sabine ist auch wach geworden und wir lunsen mal aus dem Fenster ins Mondlicht. Da tummelt sich doch eine ganze Kangaroo-Familie um unseren Camper, das müssen so 15 Tiere sein! Wir beobachten sie eine Weile und fallen dann wieder in Schlaf………….
21. Dezember 2008
Wir verlassen Melbourne, wie sollte es auch anders sein, im Regen. Der Verkehr ist dick, und über die West Gate Bridge führt der Highway M1 aus der Stadt heraus. Von der Brücke sieht man noch einmal die rieseigen Hafenanlagen der Stadt, Melbourne hat den größten Containerhafen Australiens.
Bis Geelong geht es recht zügig, danach ist die M1 zu Ende und wir fahren weiter Richtung Torquay.
Die B 100 (nicht die nach Halle!
) wird dann nach Angelsea zur Great Ocean Road, ein großes Tor begrüßt uns und weist darauf hin. Die Landschaft wird wieder bergiger und die Straße windet sich in Serpentinen am Hang entlang. Es ist wirklich schon hier eine großartige Route, die sich in unterschiedlichen landschaftlichen Gesichtern die nächste Zeit meist direkt an der Küste hinziehen wird. Es gibt aller nasenlang die verschiedensten lookouts, von denen wir reichlich Gebrauch machen, obwohl ja die Sicht heute nicht ganz so toll ist.

In Lorne steuern wir den Infopoint an, um uns für die nächste Strecke mit Kartenmaterial und anderweitigen Tipps und Infos zu versorgen. Einen empfohlenen Wasserfall etwas im Inland lassen wir weg; so schöne wie in den Blue Mountains kann es hier ja gar nicht haben.
Aber den Tipp zu „Teddy’s Lookout” (Teddy war also auch schon mal hier?
) ein paar Serpentinen nach oben zu drehen, nehmen wir an. Eine schöne Aussicht auf einen Teil der Piste hat man hier, trotz Regens.

Ich versuche den Regen aber schnell mal wegzulachen, und es klappt auch!

Hier in der Gegend soll es ziemlich viele Koalas geben. Wir denken uns aber, dass die sich sicherlich nicht auf der Hauptroute tummeln werden. Also versuchen wir mal die nächste Möglichkeit, um einen Abstecher ins Gebüsch zu machen. Auf einer unbefestigten Straße bei Kennett River lasse ich den Bulli langsam den Berg raufkriechen, er ächzt und stöhnt auf der schlechten Piste. Und wir beide lunsen aus den Fenstern. Die Tierchen sollen recht schwer auszumachen sein, da sie sich meist fast regungslos oben in den Eukalyptusbäumen auf Nahrungssuche befinden. Aber Familie Grzimek hat doch nach einer Weile großen Erfolg! Sabine macht den ersten gar nicht so hoch im Geäst aus.

Der ist ja dermaßen putzig, beäugt uns, wie wir ihn, und macht sich dann wieder an den Blättern zu schaffen. Ein Stückchen weiter hängt dann einer im Baum, der wahrscheinlich schon ziemlich satt ist. Er schläft, und lässt sich von uns auch nicht dabei stören.

Und noch etwas weiter finden wir dann gleich zwei in einem Baum.

Unsere Blicke sind jetzt dermaßen Koala-geschärft, dass wir mit zählen aufhören. Es sind wirklich ziemlich viele hier zu finden.

koala moves
Nach einer Weile sollten wir dann aber doch wieder mal umdrehen. Wir sind schon etwas abseits der GOR (in Fachkreisen auch Great Ocean Road genannt
) gekommen, und die wollen wir ja eigentlich weiter nehmen. Zurück auf der Straße fahren wir weiter bis Apollo Bay und machen dort noch einen kleinen Stopp. Viel weiter wollen wir heute auch gar nicht, uns wurde ein schöner abgelegener Campground im Otway National Park empfohlen, unweit der Lightstation. Es geht langsam auf Abend, also fahren wir mal da hin. Der Platz ist wirklich weit ab vom Schuss. Ein kleiner Steppke von vielleicht 12 Jahren macht das Büro, und das auf eine unheimlich lustige und nette Art (Do you need some coins for the shower? *lächel*). Wahrscheinlich der Sohn der Betreiber. Es gibt einen freien Slot, Strom und Quellwasser aus dem Hahn. Der so genannte „Bimbi” – Park (Aboriginiesprache für Vögel) wirbt in einem Faltblatt mit „camping under Koalas”. Und siehe da, wir haben uns gerade etwas eingerichtet, da ist doch kurz vorm Dunkelwerden noch ein netter Vertreter im Baum neben uns zu Gange!
Als er dann genug von uns hat, putzt er sich und verschwindet im Geäst.

Sabine kann dann aus dem Bulli raus noch eine Weile ein Weibchen mit einem Kleinen beobachten, für Fotos ist es dann aber schon zu dunkel. Und für uns ist dann auch bald Feierabend.
Am Donnerstagmorgen machen wir uns auf zur Cape Otway Lightstation. Wandern wäre schön gewesen, aber naja, ich sag zum Wetter nichts mehr. Also fahren wir hin. Der Leuchtturm samt Anlagen drum herum wurde ab 1859 errichtet und ist offen zugänglich. Cape Otway ist der südlichste Punkt an der Bass Street, der Meeresenge, die Australien Festland von Tasmanien trennt. Es gibt hier herum unheimlich viele Untiefen und kleine Inseln, Strömungen und Unterströmungen. Nicht umsonst wird der weitere Küstenabschnitt ab hier auch „Wreck Coast” genannt, unzählige Schiffe sind hier an den Klippen zerschellt. Kapitäne sprachen früher auch davon, dass das Steuern durch diese Enge wie das Einfädeln eines Fadens ins Nadelöhr ist.
Wir lesen viel über die unterschiedlichsten Schiffstragödien. Da kamen die meisten nach über drei Monaten auf See von England bis hierher, um dann kurz vor der Einfahrt in die Port Phillip Bay bei Melbourne dann doch noch unterzugehen. Wie hat sich das Reisen doch in 150 Jahren verändert! Und noch etwas Interessantes lesen wir. Neben dem Leuchtturm wurde 1942 eine Radarstation errichtet. Der Grund war: Im November 1940 lief das US-amerikanische Dampfschiff City of Rayville hier auf eine deutsche Mine :-O und sank. Das war die erste Beteiligung der USA im 2. Weltkrieg. Und das hier unten vor der Südküste Australiens??
Ziemlich einsam muss es hier für die Leutchen auf dem Leuchtturm gewesen sein. Eine Straße gab es erst nach 1920. Auf dem Turm lassen wir uns noch ein bisschen was erklären und weil wir so neugierig sind, lässt der Wärter die noch funktionierende Kuppel mal eine Runde drehen. Obwohl seit 15 Jahren außer Betrieb, funktioniert das noch tadellos. Am Anfang wurden die Lampen hier mit Walöl betrieben, was man ca. 25 km weit sah. Später, mit elektrischem Betrieb, ging es 48 km weit. Jetzt gibt es eine kleine automatische Station weiter vorn am Riff, der Turm war zu teuer im Unterhalt. Und außerdem nutzen jetzt eh alle Schiffe GPS.
Mit uns schauen auch noch andere raus aufs Meer.

Und die ganz unmaritimen Gefahren der Fauna soll man hier auch nicht ganz aus den Augen verlieren!! Zwar nicht hier, aber später bei den 12 Aposteln windet sich vor Sabine dann auch unsere erste, ca. 1 m lange Vertreterin dieser Gattung über den Weg. Ich verpasse sie zwar, aber viele aufgeregte Japaner rufen auch : “Snake, Snake!”

Die Küste macht selbst bei dem wenigen Wind heute einen nicht ungefährlichen Eindruck.
cape otway
Weiter geht es die GOR entlang und wir nehmen uns vor, bis Princetown zu fahren und dann zu den 12 Aposteln zu wandern. Aber irgendwie müssen wir Princetown wohl übersehen haben, da sind wir doch schon bei den Aposteln! Ich wundre mich stark.

Das ist hier der erste Ort in Australien, wo richtiger Touristentrubel herrscht. Busladungen von Japanern werden angefahren und es wird geknipst und gefilmt, dass es nur so eine Pracht ist. Naja, ich bin ja auch nicht viel anders
Diese Küstenformation ist wirklich bizarr und eindrucksvoll. Was die See hier in tausenden von Jahren geformt hat, wirkt wie Architektur. 12 Apostel sind es aber schon nicht mehr, die Küste verformt sich ja ständig weiter. Felsen stürzen zusammen, neue werden ausgewaschen, eine ständige Veränderung. Neben den 12 Aposteln gibt es aber im weiteren Verlauf der Küste noch jede Menge andere interessante Felsformationen zu sehen.

12 Apostels view
Beim Anblick der oft steilen Küsten kommen uns wieder Gedanken an Seefahrer und Schiffbrüchige. An manchem Abschnitt hätte selbst ein Seemann, der nicht ertrunken ist, keine Chance auf Rettung. Denn es gibt oft keinen Strand oder einen Weg, die Cliffs zu ersteigen. Und die Brandung tut dann ihr Übriges…….
Weiter geht unsere Route die GOR entlang. In Peterborough machen wir noch einen schönen Strandspaziergang, hier ist man wieder allein.

Wir fahren heute noch weiter bis Port Fairy. Dort gibt es in einem Restaurant leckeren frischen Fisch und auf dem Campground ein offenes WLAN: Endlich können wir am Abend mal wieder in Ruhe mit unseren Kindern skypen.
18. Dezember 2008
Wir sitzen gerade in Port Fairy und freuen uns sehr über all euere neuen Einträge! Sind heute die Great Ocean Road entlang gekommen, aber jetzt gibt’s erstmal was anderes zu lesen.
P.S. an Bettina: Sabine schafft es leider nicht mehr zur Weihnachtsfeier!
Ist sie entschuldigt?
3. Advent
Die Nacht war sehr sehr ungemütlich, wir konnten nur schlecht schlafen. Es regnete, nein, es schüttete ohne Unterlass auf das Dach unseres Bullis, dass es nur so dröhnte. Und der Sturm pfiff über die Dünen, dass es nur so wackelte. Ich wollte mal rausschauen, aber da war es ja abseits der Zivilisation stockdunkel. Ich dachte mir nur, dass am nächsten Morgen das Wasser wohl ziemlich hoch stehen würde. Gegen Morgen wurde es dann etwas ruhiger.
Da wir den Tag nichts weiter geplant hatten, war mal Ausschlafen angesagt. Sonst sind wir die Tage bisher immer schon gegen 7 Uhr aufgestanden, irgendwie waren wir um diese Zeit halt munter. Doch noch Jetlag?? Heute will, kann und muss aber keiner vor die Tür. Nach dem Frühstück ist Lesen, Kaffeetrinken und Faulenzen angesagt.
Gegen Nachmittag hört es doch aber tatsächlich noch einmal auf zu Regnen, und das restliche Wasser versickert schnell im Sandboden. Da machen wir noch schnell eine schöne Strandwanderung. Und siehe da, wir treffen auch auf unser erstes Krokodil!!

Und dann kommt noch kurz vorm Dunkel werden die Sonne einmal raus, was schnell noch etwas genossen werden muss. Den Glühwein haben wir vor dem Trinken aber erst kalt werden lassen!

Wie 3. Advent ist uns überhaupt nicht zumute, diese Stimmung kann hier irgendwie nicht aufkommen.
Irgendwann ist es dann wieder dunkel, und wir sind erstaunt, dass wir hier in der Einöde nicht ein Kangaroo, einen Koala, eine Schlange oder sonst irgendein Tier gesehen haben (außer lästige Fliegen natürlich
). Na denn, Gute Nacht!
Montag früh fahren wir ab Richtung Seaspray. Ich bekomme eine SMS von Fred, der gestern gern etwas mit mir organisieren wollte. Tja, wir waren halt gerade fast zwei Tage out of reach, keine Kommunikation möglich. Ich rufe ihn aus einer Zelle in Seaspray an und sage, dass wir so gegen 1 pm in Melbourne sein werden, sind ja noch ca. 250 km. Wir sollen uns melden, wenn wir da sind, dann leiten sie uns weiter.
Kurz vor Melbourne schauen wir noch mal in die Karte, um eine grobe Orientierung von der Stadt zu bekommen. Als typische, in die Fläche zersiedelte 3,5 Mio-Stadt, ist sie schon ganz schön weitläufig. Wir sind schon sehr gut in der Wahl unserer Abfahrt vom Highway, nehmen noch ein paar Blöcke und bleiben dann an einer Mobil-Station stehen. Wir rufen Fred an und geben unsere Koordinaten durch, und kurz später kommt er mit Justin angerauscht. Wir wissen bisher eigentlich nichts über unsere Verwandtschaft in Melbourne und von Justin höre und sehe ich das erste Mal etwas. Es ist dann aber unheimlich erfreulich, dass ich auf einmal zwei Cousins und eine Cousine 2. Grades in Melbourne habe, Justin ist einer davon. Super! Wir folgen den Beiden und sind dann auch ziemlich schnell bei Monica und Mervin angekommen.

Zum Abdampfen machen wir alle erstmal einen Spaziergang durch einen nahe gelegenen Park, und es gibt ja so viel zu erzählen!! (was die nächsten beiden Tage so anhalten wird).
Was ist für den Abend geplant? Natürlich ein australisches BBQ mit Kangaroosteaks vom Grill. Aha, die Tiere gibt es, wenn auch nicht mehr ganz lebendig, also doch!
Es wird so ein intensiver, netter und ausgelassener Abend mit so vielen lieben Menschen! Monica und Mervin entpuppen sich als kundige Jazzfans mit einer entsprechenden ausführlichen CD-Sammlung. Ihr ältester Sohn Anthony samt Familie sind auch mit von der Partie und es wird so viel Neues und Interessantes erzählt, dass uns am Ende der Kopf und der Magen so voll sind, dass wir gar nicht richtig schlafen können. Ein herrlicher Tag!

Am Dienstag wollen wir alle zusammen nach Melbourne reinfahren (das Zentrum ist von ihrem Subburb Glen Waverly ca. 22 km entfernt). Unsere Familie erweist sich als kundige Stadtführerin. Eine Rundfahrt mit der City Circle Tram schafft einen guten Überblick, aber nicht sehr viel mehr. Wir sind es eigentlich gewöhnt, uns eine Stadt zu erlaufen. Doch dazu haben wir leider keine Gelegenheit: Verwandtschaft first!
Danach inspiriert uns noch die Architektur des umstrittenen Federation Square und eine Ausstellung von Aboriginie Kunst.

Und da, sogar mitten in der Stadt, sind wieder unheimlich gefährliche australische Tiere zugegen!!

Wir fahren dann raus aus der Stadt an den Strandbereich, wo wir später noch Nicole, auch eine Cousine 2. Grades, treffen wollen.

In einem Strandcafé kommt sie dann auch, zusammen mit 4 Kindern, an. Es sind ihre beiden Zwillinge, sowie zwei befreundete Kinder. Sie ist leider ziemlich geschafft und hat auch nicht so viel Zeit, aber es ist trotzdem eine sehr schöne Begegnung. Eine interessante Familie ist das schon. Ihr Mann (der leider keine Zeit hatte zu kommen) stammt aus Sri Lanka und spielt hobbymäßig Schlagzeug in einer Band. Und sein Bruder hat wohl mal in einer Tourneebesetzung von Sting mitgespielt. Ob das aber nur eine Familiengeschichte ist, muss ich noch mal recherchieren!

Nachdem wir zurück gefahren sind, wird der Abend einfach wunderbar! Justin kommt mit seiner Frau Mary, die italienische Wurzeln und ein dementsprechendes Temperament hat, zum Abendessen vorbei. Und sie mischt den Laden erst richtig auf! Der Abend wird toll, bunt, rauschend und es ist einfach nur schön mit all den lieben Leuten zusammen zu sein! Sabine und Mary schließen noch eine Wette ab. Mal sehen, wer von Beiden bei irgendeinem späteren Treffen gewinnen wird!
Aber dann brummt uns auch so richtig der Kopf von dem ganzen Tag!

Am nächsten Morgen sind wir dann allein mit Inge und Mon, Merv geht mit seinen 70 Jahren noch jeden Mittwoch einen Tag als Consultant für seine alte Firma Telstra (wie T-Mobil in D) ins Büro in die City. Nach einem gemütlichen Frühstück verabschieden wir uns, wenn auch ungern, und machen uns auf zu unserer nächsten Etappe. Wir hoffen sie alle, wo und wie auch immer, irgendwann einmal wieder zu sehen!!
P.S.: Das Wetter, das wie schon fast gewohnt, mit Regen und wenig Wärme ziemlich mies war, hat uns diese zwei Tage überhaupt nicht interessiert. 