Sabine & Olaf go Down Under


22. Dezember 2008

Zurück ans Meer

Kategorie: 04 Melbourne -> Adelaide – Olaf – 10:35

Am nächsten Morgen frühstücken wir inmitten von Kangaroo-Sch*****, und das am 4. Advent! :-)
Wir überlegen, was wir die nächsten Tage bis zum 23.12., wo wir in Adelaide sein wollen, noch machen wollen. Wir könnten noch einen Tag hier bleiben und wandern und uns dann die Strecke von ca. 650 km entlang des Western Highways auf zwei Tage aufteilen. Andererseits wollen wir eigentlich heute nicht noch einmal wandern und lieber noch mehr von Land und Leuten sehen. Also entscheiden wir uns aufzubrechen und noch einen Abstecher über eine der Weinregionen des Landes zur See zu machen. Wir fahren über Stawell und Horsham Richtung Edenhope, von dort passieren wir auf dem Weg nach Naracoortie die Grenze zu South Australia. In Naracoortie machen wir Rast und finden mal wieder ein Internet-Café, um nach dem rechten zu schauen und den Great Ocean Road Beitrag in den Blog zu stellen. Dann fahren wir nicht stracks weiter nach Westen sondern biegen nach Süden ab, um die Gegend um Coonawarra zu sehen. Dort wächst toller Wein, den wir auch schon hier unten getrunken haben. Die riesigen Kuh- und Schafweiden und die Getreidefelder, die uns schon den ganzen Tag entlang der endlosen Straßen schnurgeradeaus rechts und links begleitet haben, gehen nun bald in Weinfelder über. Ja, Weinfelder. Hier gibt es keine Berge mehr und der Wein wächst auf riesigen Feldern. Die Sonne steht aber hier auch meist so senkrecht von oben, dass man nicht die Hanganbaumethode wir in D nutzen muss.

       

Dann folgt eine kleine Familienwinzerei ;-) auf die Nächste. Naja, die Größe der Betriebe passt sich eben proportional dem Land und den Feldern an.

Coonawrra selbst, der Ort, der der Region und dem hiesigen Wein seinen Namen gibt, ist ein Kaff. Es hat einen Laden, der auch zwei Tanksäulen vor der Tür sowie eine Postecke hat, sowie ein Motel. Das wars. Und heute zum 4. Advent ist natürlich alles zu. Wir könnten uns jetzt durch die ganzen Weingüter trinken, denn die laden alle zum Verkosten ein. Aber wir machen uns weiter über Penola nach Westen durch die Wattle Range auf nach Kingston SE, wo wir heute noch ankommen wollen. Dort finden wir einen schönen Platz direkt an der Küste zum Southern Ocean und lassen den Tag auspendeln.

       

Heute sind wir 450 km gefahren. Ich schreibe hier manchmal die zurückgelegten Entfernungen dazu, damit man vielleicht eine Ahnung von der Größe und den spontanen Entscheidungen wie: „Wir entscheiden uns aufzubrechen und einen Abstecher über eine der Weinregionen zur See zu machen.“ bekommt. Dabei handelt es sich eigentlich immer um ein paar hundert km. Dann muss man auch sehen, dass hier 100 – 110 km/h die Spitze der Fahnenstange ist und das man auch aus den Bezeichnungen der Straßen nicht zwingend auf deren Ausbauzustand schließen kann. So kann ein Highway schon mal 4-spurig sehr gut ausgebaut sein, mit Tank- und Rastplätzen usw. (z.B.: der Hume Highway zwischen Goulburn und Gundagai, den wir vor etlichen Tagen gefahren sind). Ein Highway kann aber auch aussehen wie eine kleinere Landstraße (nicht Bundesstraße!) in Deutschland, schmal, mit unbefestigtem Randstreifen und keinerlei weiterem Ausbau (z.B.: der Princess Highway zwischen Millicent und Kingston SE, den wir heute gefahren sind). Zwar geht es hier kilometerweit nur schnurgeradeaus und es kommt auch kaum mal ein Fahrzeug entgegen, aber einen großen Truck zu überholen, fällt trotzdem nicht ganz leicht (nicht nur wegen des Linksverkehrs). Gut, Trucks dürfen hier auch 100 km/h fahren und fahren dann so 105 – 110 km/h, also ist überholen gar nicht unbedingt notwendig. Aber deshalb kann man Fahrzeiten nicht so gut vorher abschätzen. Uns stört das ja nicht weiter, da wir eh keine festen Punkte oder Unterkünfte im Voraus gebucht haben und unser Camper überall einen Platz findet.

Am Montag ist das Wetter durchwachsen mit Tendenz zum Guten. Wir machen eine ausgiebige Strandwanderung, einmal bis zum Horizont und return. :-D

           

Und dann auf dem Rückweg denke ich, ich sehe nicht recht! Putzt sich doch da in aller Seelenruhe eine Robbe am Strand. Ist ja auch meilenweit keiner da außer uns. Als sie uns sieht, stutzt sie, zieht es dann aber doch vor, im Wasser vor uns Zuflucht zu suchen. Damit hatten wir hier nicht gerechnet.

       

Wir wandern weiter und nach einer großen Portion fish & chips direkt am Anleger geht es zurück zum Bulli.

Morgen wird nun diese Etappe für uns in Adelaide zu Ende gehen, der Camper wird abgegeben. Es hat uns unheimlich viel Spaß gemacht, so ungezwungen mit diesem Gefährt hier unterwegs zu sein. Morgen sind dann auch knapp 3.500 km von Sydney aus gefahren, die uns über Serpentinen und durch Berge, durch Einsamkeit und Millionenstädte, durch Wolkenbrüche und flirrend heiße Ebenen geführt hat. Es ist eine gute Möglichkeit, mit so einem Bus zu reisen, obwohl man auf der gesamten Strecke auch bequem jeden Abend ein Bed & Breakfast gefunden hätte (außer in den Dünen am ninety mile beach). Vielleicht machen wir das irgendwann und irgendwo auf der Welt mal wieder so.
Morgen beginnen dann die nächsten zwei Drittel unserer Reise. Aber vorerst werden wir Weihnachten feiern (obwohl und überhaupt nicht weihnachtlich zumute ist) und wünschen euch allen, die hier mitlesen, eine geruhsame und stressfreie Weihnachtszeit zusammen mit all euren Lieben!

The Grampians

Kategorie: 04 Melbourne -> Adelaide – Olaf – 10:18

Heute, am 18.12., verlassen wir die Küstenregion erst einmal wieder, um uns auf zu den Grampians zu machen. Dieser Nationalpark liegt so ca. 200 km nördlich von hier und soll einer der schönsten in Victoria sein. Und es hat hier eine ganze Menge an Nationalparks.
Bei Penshurst liegt rechterhand ein kleiner Hügel, der sich Mount Rouse nennt. Da steigen wir die paar Meter mal schnell rauf, um einen Überblick über die hier sehr flache ländliche Gegend zu bekommen. Von oben kann man im Norden auch schon die ersten Ausläufer der Grampians sich aus dem Dunst schälen sehen.

   

Die Straße ist vollkommen leer (außer uns natürlich), und so geht es flott weiter.

In Dunkeld machen wir kurz Rast in einem Café, und dann geht es rein in die Berge. Ein Schild, was wir hier aber schon sehr oft gesehen haben, macht uns Hoffnung, heute nun mal ein paar Roos in natura, und nicht nur auf dem BBQ-Grill, zu sehen.

   

Wir lassen uns Zeit und schauen gespannt in die Landschaft. Und siehe da, heute haben wir Glück! Schnell mal angehalten und dann können wir in aller Ruhe das australische Nationaltier aus der Nähe studieren. Die scheinen vor uns nicht so richtig Angst zu haben, was uns natürlich freut.

           

roos hoppin’ away

Nachdem wir genügend geschaut und die Tiere dann auf ihre unnachahmliche Art und Weise im Unterholz verschwunden sind, geht es weiter nach Halls Gap. Dieser kleine Ort mit ca. 300 Einwohnern, jedoch 6.000 Betten und einem Caravan Park, liegt im Herzen des Nationalparks und ist Ausgangspunkt vieler Wanderrouten. Wir finden problemlos Platz mit unserem Bulli und machen uns alsbald auf den Weg zum Brambuk Cultural Centre. Dieses Centre wird von Aboriginies betrieben und zeigt eine unheimlich interessante Ausstellung über deren Lebensweise, bevor die Europäer den Kontinent besiedelten. Das Gebäude hat eine sehr eigene Architektur; es verkörpert die geöffneten Flügel eines Kakadus (Brambuk).
www.brambuk.com.au
Am nächsten Tag ist ein super Wetter und wir entscheiden uns, eine Wanderung zu The Pinnacle, einem der Wahrzeichen der Grampians und ein hervorragender Aussichtspunkt, zu machen. Es erwarten uns 12 km und ca. 400 m Höhenunterschied, also denn mal los.
Die Grampians wurden in 2006 auch von verheerenden Buschbränden heimgesucht, die sehr viel Flora vernichteten. Selbst Halls Gap hätte um ein Haar aufgegeben werden müssen. Diese Brände sind jedoch auch ein wichtiges Mittel zur Regeneration der Pflanzenwelt in Australien und gehören zur Natur einfach dazu. Nur seit der Mensch immer weiter in die Wälder hinein siedelt, werden sie so katastrophal wahrgenommen. Es gibt zum Beispiel eine spezielle Art der Eukalyptusbäume Australian Ash (Australische Esche), die erst ab einer Höhe von 900 m vorkommen. Die haben sich so an ihren Lebensraum angepasst, dass deren Samen die Hitze der Brände zum Aufplatzen und Keimen benötigen, ohne Feuer gibt es keine Fortpflanzung dieser Bäume.

       

Wir wandern über Stock und Stein bergan, direkt angelegt sind die Routen nur auf einem geringen Teil der Strecke. Meist geht es direkt über den nackten Fels.

       

Der Tag ist warm, daher kommt Abkühlung auch manchmal wie gerufen.

Nach 2,5 Stunden oben angekommen bietet sich uns ein phantastischer Ausblick vom Pinnacle.

Ich genieße lange diesen Blick und Sabine findet derweil ein schönes Plätzchen.

      

Bergab geht es dann teilweise durch ziemlich enge Spalten, bei denen ich immer mal wieder mit dem Rucksack hängen bleibe. Andere Bergbewohner haben da gewisse vorteile…….. ;-)

           

Als ich nach 6 Stunden wieder unten angekommen sehe, wo wir da grad gestanden haben, bleibt mir nicht viel mehr übrig, als die Stühle rausholen und ein Nickerchen machen.

   

Der Tag klingt in aller Ruhe aus, Sabine schaut noch mal ein paar Bilder auf dem Laptop (sagt sie, vielleicht ist es aber auch bubble, was da läuft??  ;-) ).

Nachts werde ich durch komische Geräusche wach. So schnarcht doch keiner, oder? Sabine ist auch wach geworden und wir lunsen mal aus dem Fenster ins Mondlicht. Da tummelt sich doch eine ganze Kangaroo-Familie um unseren Camper, das müssen so 15 Tiere sein! Wir beobachten sie eine Weile und fallen dann wieder in Schlaf………….